Nachtwache

Nachtwache, 2017
Videoinstallation, Full HD, stereo, 4:3, Loop
2 ’20 min

Zwei Trommlerinnen haben im Film von Johanna Gschwend eine grosse Präsenz, obschon ihr Spiel stumm bleibt. Mit konzentriertem Blick behalten sie als ‚Nachtwache‚ die Hügelstrasse und das Linsebühl im Auge. Im Hintergrund sind Fassadenstrukturen eines bürgerlichen Einfamilienhauses zu erkennen, das einst Gschwends Grosseltern gehörte – und mittlerweile abgerissen wurde. Das Haus befand sich in einem Weiler bei Oberriet, der sich in den letzten Jahren in ein Neubauquartier verändert hat. Es war Teil des historischen Kerns und als solches das letzte seiner Art. Sein Abbruch nahm die Künstlerin als Anlass, einen Film zu machen und lud die zwei Trommlerinnen ein, mit ihr diesen Abgesang zu inszenieren. Darin setzt sie sich mit dem Haus selbst auseinander: Sie umkreist es mit der Kamera, geht den Aussenwänden entlang und durchs angrenzende Gebüsch. Und sie nutzt die filmische Inszenierung als Kommentar für das Bevorstehende. Im Original bebend und laut, nun an der Linsenbühlstrasse still aber nicht minder bewegt, befasst sich diese Arbeit mit Veränderungen in unserer Umgebung.

 

 

 

 

 

 

(Fotos: Stefan Indlekofer)